Trauer-Tools für Weihnachten, Jahreswechsel, Feiertage
Es gibt Tage, die sind besonders schlimm in Trauerzeiten. Weihnachten gehört dazu, Feiertage gehören oft dazu, Jahrestage wie Geburtstage und z.B. auch der Jahreswechsel. Tage, an denen Einsamkeit besonders spürbar wird oder du Worte und Blicke von anderen Menschen noch sensitiver wahrnimmst als sonst.
Gerade steht Weihnachten bevor und vielleicht ist das auch für dich in diesem Jahr (wieder) eine herausfordernde Zeit nachdem ein wichtiger Mensch aus deinem Leben gestorben ist. Oder nachdem eine Trennung hinter dir liegt. Nachdem du oder ein Angehöriger eine Diagnose erhalten hat. Nachdem du weißt, dass ihr keine Kinder bekommen könnt. Oder einer der anderen Verluste, die es in einem Leben geben kann.
Der erste wichtige Gedanke, den ich dafür mit dir teilen möchte: oft die Angst vor dem Tag schlimmer als der Tag selbst, das berichten mit meine Klient*innen immer wieder.
Der zweite Impuls für dich ist, lass es nicht einfach so auf dich zukommen, sondern bereite dich vor. Dafür gebe ich dir hier ein paar Impulse, die dich unterstützen können.
Oft wird zu Trauer-Ritualen geraten, gerade an Weihnachten. Das kann bei bestimmten Verlusten ein schöner Gedanke sein. Wenn du bereits ein Ritual hast oder dich das anspricht, dann nutze das unbedingt für dich. Aber Rituale sind nicht alles und auch nicht für jeden Menschen passend. Bei Ritualen lenkst du die Energie in der Regel zu einem anderen Menschen.
Aber was ist mit dir? Meiner Meinung nach ist es von noch größerer Bedeutung, dass du gut in Kontakt bist mit dir – mit deinem Körper, deinen Gefühlen, deinen Bedürfnissen.
Nach was ist dir dieses Weihnachten? An diesen Feiertagen? An diesem Jahreswechsel?
Erlaube dir in einem ersten Schritt einfach mal, diese Wahrnehmung, dieses Spüren, alle Gedanken, die dazu kommen, zuzulassen.
Nach was ist dir dieses Weihnachten? An diesen Feiertagen? An diesem Jahreswechsel?
Nimm sie achtsam wahr, deine Gefühle, deine Gedanken, deine Bedürfnisse, dein Spüren.
Dann nimm dir bewusst etwas Zeit und überlege, was davon sich umsetzen lässt. Mach dir dabei nochmal klar, dass das was du erlebt hast, wirklich sehr herausfordernd war und ist und es ein Stück weit logisch ist, dass du gerade andere Bedürfnisse hast, als sonst und vor allem auch als andere Menschen. Für Trauerzeiten gilt eine andere Messlatte – für deine Energie, für deine Bedürfnisse, für dein Leben.
Vielleicht magst du auch alles so machen wie immer, auch das ist in Ordnung. Trauer und Bedürfnisse sind absolut individuell. Es geht darum, dass du verstehst und dir erlaubst, dass DU entscheidest.
Was du jetzt konkret tun kannst - deine Trauer-Tools für Feiertage:
- Nimm dir rechtzeitig Zeit zum Planen und bereite dich vor. Das beruhigt und entspannt oft schon etwas.
- Wenn du magst, schreibe auf, worüber du dir Gedanken machst, welche Gefühle da sind, was dein Körper sagt. Nimm alles achtsam wahr.
- Spüre deine Bedürfnisse und nimm sie achtsam war.
- Plane eine Variante A und eine Variante B, wie du einen Tag gestalten magst. Schreibe beides auf. Damit hast du etwas Spielraum, z.B. einmal mit Programm und einmal ohne. Entscheide an dem Tag, welche Variante sich stimmiger für dich anfühlt.
- Plane den Tag so konkret wie möglich. Fang mit dem Aufstehen an und ende mit dem Schlafengehen.
- Werde ruhig kreativ und großzügig. Das heißt, es ist absolut erlaubt ganze Tage im Bett, auf dem Sofa, im Pyjama zu planen. Den Tag voll zu stopfen oder leer zu lassen. Alleine oder in Gesellschaft oder eine gute Mischung aus beidem.
- Erlaube dir, dass es anders sein darf als sonst.
- Bereite alles vor, was du brauchst, für den Tag oder die Tage. Kaufe dir noch einen super kuschligen Pyjama oder ein Glitzerkleid.
- Überlege, was dich und dein Nervensystem unterstützt: vielleicht ein ätherisches Öl, bestimmte Musik, eine Atemübung.
- Wenn du unter Leuten bist, denke daran, dass du jederzeit eine Pause einlegen darfst, den Raum wechseln, frische Luft tanken, dich zurückziehen.
- Und ganz wichtig: erlaube sie dir, deine Trauer, auch an einem Feiertag. Vielleicht bekommt sie sogar einen extra eingeplanten Platz in deinem Tagesablauf.
Ich wünsche dir, dass du dir gute Feiertage gestaltest, voller Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl für dich und deine besondere Situation. Und wenn es besonders schwer wird oder du dich sehr einsam fühlst denk daran, du bist nicht alleine. Es gibt viele Menschen, für die sich das Leben gerade jetzt, in der Weihnachtszeit, an den Feiertagen und zum Jahreswechsel ganz besonders herausfordernde anfühlt. Wenn du magst, verbinde dich in Gedanken mit ihnen.
Bild: Shashi Chaturvedula | unsplash
